STURP 1978 – Die umfassendste Analyse des Turiner Grabtuchs

Unused piece of the shroud sample

STURP-Untersuchung in Turin  © STERA

1978 wurde das Turiner Grabtuch im Rahmen des Shroud of Turin Research Project (STURP) erstmals systematisch naturwissenschaftlich untersucht. Rund 30 Wissenschaftler aus sieben Fachbereichen – darunter Physiker, Chemiker, Mediziner und Forensiker – analysierten das Tuch fünf Tage lang rund um die Uhr direkt vor Ort in Turin.

Das Ziel war eindeutig:
Ist das Grabtuch ein mittelalterliches Kunstwerk – oder ein reales historisches Objekt mit bislang ungeklärter Bildentstehung?

STURP gilt bis heute als die größte interdisziplinäre Untersuchung eines religiösen Artefakts im 20. Jahrhundert.

Zentrale Ergebnisse der STURP-Untersuchung

Nach fünf Jahren Auswertung veröffentlichten die Wissenschaftler ihr Fazit: 

  • Das Bild ist kein Gemälde.
  • Es wurden keine Pigmente oder Farbpartikel gefunden, die ein Kunstwerk erklären würden.
  • Die Blutflecken enthalten Hämoglobin und zeigen chemische Reaktionen auf Serumalbumin.
  • Das Bild zeigt einen realen, gegeißelten und gekreuzigten Mann.
  • Der Mechanismus der Bildentstehung ist wissenschaftlich nicht geklärt.

Damit war klar: Das Turiner Grabtuch lässt sich nicht als einfache mittelalterliche Fälschung erklären.

Raymond N. Rogers – The Chemist Behind the Analysis

Der amerikanische Chemiker Raymond N. Rogers war innerhalb von STURP für die chemischen Untersuchungen verantwortlich.

 

Er reiste 1978 als Skeptiker an. Sein ursprünglicher Ansatz: Wenn das Bild gemalt ist, müsste sich das schnell nachweisen lassen. Doch die Analysen widersprachen dieser Erwartung.

 

Rogers untersuchte mikroskopische Proben, die mit speziellen Klebestreifen von der Oberfläche des Grabtuchs gewonnen wurden. Dabei analysierte er:

  • einzelne Leinenfasern
  • Blutbestandteile
  • Oberflächenveränderungen
  • mögliche Farbreste
  • Fremdpartikel

Über Jahrzehnte hinweg prüfte er diese Proben in seinem Labor weiter. Sein Anspruch war strikt chemisch-analytisch, nicht theologisch.

 

2008 erschien posthum sein Werk A Chemist’s Perspective on the Shroud of Turin, das bis heute als Standardreferenz für die chemische Analyse des Turiner Grabtuchs gilt.

Raymond N. Rogers (left) in Turin   © STERA

Raymond N. Rogers (left) in Turin   © STERA

Radiokarbondatierung (C14) und offene Fragen

Nach Abschluss der STURP-Untersuchungen empfahlen die Wissenschaftler:

  • eine Radiokarbondatierung (C14)
  • 24 weitere vertiefende Analysen zur Material- und Bildentstehung

1988 wurde eine C14-Datierung durchgeführt, die das Leinen ins Mittelalter datierte.
Die übrigen empfohlenen Untersuchungen fanden jedoch nie statt.

Heute sind die Glaubwürdigkeit und somit auch die Ergebnisse der C14-Untersuchung mehr denn je umstritten

Warum STURP für die Echtheitsdebatte entscheidend ist

Wer die Frage stellt, ob das Turiner Grabtuch eine Fälschung ist, kommt an STURP nicht vorbei.

Denn unabhängig von theologischen Interpretationen bleibt ein naturwissenschaftlicher Kernbefund bestehen:

  • Das Bild ist kein klassisches Kunstwerk. 
  • Die chemische Struktur unterscheidet sich grundlegend von bekannten Maltechniken.
  • Die Entstehung ist bis heute nicht reproduziert worden.
  • Die Laborbefunde machen deutlich, dass das Grabtuch mit einfachen Fälschungsthesen kaum zu erklären ist. 

Damit rückt die nächste Schlüsselfrage in den Mittelpunkt: Wie könnte das Bild entstanden sein?

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